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technik

22.10.08

papa, ich kann zaubern (test)

Sony Ericsson_W980i_Piano_Black_Hand_Holding_Phone.jpgwenn ein jugendlicher ein mobiltelefon in die hand bekommt, ist das ein diametral anderer nutzungsablauf, als beim - technisch durchschnittlich informierten - erwachsenen. ich habe dies im falle von meinem sohn julian, 12, gut beobachten können. er hatte das große vergnügen, das neue walkman-handy sony ericsson w980 „abzuchecken." würde ein erwachsener (also ich) zuallererst versuchen, bestehende kontakte und telefonnummern auf das neue handy zu überspielen, so ist dies im falle von „juli" ganz anders.
„sieht super-cool aus, papa, und liegt gut in der hand," so sein erster kommentar. mit begeisterung erzähle ich ihm, dass dies ein edles walkman-handy der neuesten generation ist, mit exzellenten sound und fetten bässen, aber da hört er schon nicht mehr zu. sofort wird ein adäquates hintergrundbild erstellt: patrick, der leicht benebelte, aber sympathische freund von spongebob, lacht vom display. na gut, denke ich mir, geschmäcker sind verschieden. „hey, need for speed, das kostet ja normalerweise etwas beim download," ist juli begeistert von dem autorennspiel, welches am handy fix installiert ist und welches sofort mit neuen rekord-levels durchgespielt wird. wenig später schreitet er zum computer, um von dort die musik auf das handy zu überspielen. papa, ich brauche ein internet-profil, dann kann ich eine track-id machen." - papa: „wie bitte?
ein grundsätzliches problem tritt auf: der computer ist ein mac, und der passt mit dem sony ericsson w980 (noch) nicht zusammen. also keine musik vom computer, aber schnell ist eine lösung gefunden: juli borgt sich die sim-karte von der großen schwester aus, legt diese in das „alte" handy ein, wo sich die lieblingssongs befinden, und per bluetooth werden die lieder auf das w980 überspielt - „passt, supa"! danach wird (zum leidwesen von papa!) nach wummernden hardshuffle und jumpstyle „abgekrocht" (bam, oida!). der disco-lichteffekt am oberen rand des handys wirkt sehr cool und spacig, vor allem im dunklen, auch am klo ;-)
apropos große schwester: in einem unbeobachteten moment nimmt sie sich „sein" test-handy, fotografiert meerschweinchen „charlie," um es als neues display-hintergrundbild mit weinflasche und kerzenlicht zu präsentieren. kommentar von julian:  „was ist das für ein schwachsinniger hintergrund?"
die kritik eines (neidischen?) schulfreundes in der schule, aufklappere handys wären nur etwas für mädchen, schmettert juli mit einem klaren „blödsinn" ab. ein anderer freund will das handy sofort haben. einziges, kleines hindernis, ist der preis: rd. 440 €.
eines tages ruft julian begeistert: „papa, ich kann zaubern," er zeigt auf das handy-display, wo sich die bilder und schrift mitdrehen. bei der so genannten „shake-controll" schaue ich genauer hin: mit einer ruckartigen bewegung wird von einer musiknummer zur anderen gewechselt bzw. „ge-shaked". ein sehr nettes feature, welches bei den freunden in der schule sicherlich eindruck macht. bei der großen schwester, aber nicht: „kannst du die blöde musik jetzt abdrehen, ich will ruhe haben," sagt sie mit bestimmung, nachdem julian die musik nur mehr in voller lautstärke genießt, shaked und „krocht." man kann es eben nicht jeden recht machen ...
übrigens: einziges unverständnis zeigte julian nur in bezug auf das sony ericsson w980-testhandy selber: nämlich, dass er es wieder zurückgeben musste ... das war das einzige, was ich ihm erklärt habe.       helmut wolf

www.sonyericsson.com