schöne möbel zu günstigen preisen. 1943 im schwedischen småland führte der damals 17-jährige ingvar kamprad, die initialen i und k, sowie jene der namen des väterlichen bauernhofes und seines heimatortes - elmtarys und agunnaryd - zusammen und kreierte daraus den heutigen globalen markennamen "
ikea". er gründete und taufte den nun multinationalen konzern, dessen bedeutung für die einrichtung des zuhauses von millionen von menschen, eine eigene sonderausstellung gewidmet wird:
dem "
phänomen ikea". im hofmobiliendepot, dem möbelmuseum in wien.
das konzept der selbstmontage und verpackung war revolutionär. wenn auch bereits die konzepte michael thonets (stuhl nr. 14) ein jahrhundert zuvor parallelen aufweisen. stichwort massenproduktion von möbel für eine breite bevölkerungsschicht.
kurator der ausstellung, markus laumann, gliedert die ausstellung in zwei bereiche:
die wurzeln von ikea, die schwedische (design) tradition, die reformbewegung im 19. jahrhundert.
dem gegenüber gestellt das gesellschaftliche phänomen - ikea als gesellschaftlicher seismograph betrachtet. als ikea in den 70er jahren in westeuropa ankam, waren die produkte eine revolutionäre alternative zur einrichtung der elterngeneration. die damalige "do it yourself" bewegung bot ein ideales beet für den samen des an den selberbastelnden konsumenten gerichteten geschäftsmodells. heute stellt ikea kein kritisches statement mehr dar. generations- und klassenübergreifend.
die ausstellung gliedert sich in mehrere stationen:
original ikea möbel aus den 1950er und 60er jahren, welche zum ersten mal in österreich gezeigt werden. dazu auch "klassiker" berühmter designer, die jene für ikea tätige zur nachahmung inspirierten.
österreichische (jung)designer, die ikea produkte umgestalten, individualisieren - let's call it "pimp". einfache leuchten werden so zu auffälligen, surrealen lustern - "ikea light" sozusagen.
ein eigener bereich wird dem "wohnzimmer des österreichers" gewidmet. die agentur jung von matt/donau hat durch evaluierung des "durchschnittsösterreichers" dessen wohnzimmer nachgestellt. und im vergleich dazu, wie der momentane geschäftsführer ikea österreich den lebensraum mit ikeas meistgekauften produkten einrichtet. eine witzige gegenüberstellung.
die gestaltung der ausstellung erfolgte vom designstudio "
walking chair", fidel peugeot und karl emilio pircher. eine "handgemachte" ausstellung im gegensatz zu industriell gefertigten möbel war grundgedanke. kein anschließender shop, keine industrieeinrichtung. so sieht herr peugeot die zukunft des designs. die künftigen formen sollen sensibel, durch hand aufgelegt werden. weg von der masse, hin zur individualisierung.
die ausstellungsstücke sind auf podeste aus polyurea gestellt. inseln in blickhöhe, um so in die materie visuell einzutauchen. ein erwachsener mensch betrachtet die stühle im normalfall aus einem anderen blickwinkel.
auch den katalogen wurde aufmerksamkeit geschenkt, ikea im laufe der zeit, durch verschiedene kontinente. sind wir nicht alle ein wenig ikea?
die ausstellung erfolgt in kooperation mit dem „international design museum munich", wird unterstützt vom museum für kunst und gewerbe hamburg sowie ikea österreich.
„
phänomen ikea"
vom 9. april - 11. juli 2010 im hofmobiliendepot - möbel museum wien, andreasgasse 7.
www.hofmobiliendepot.at
www.ikea.at
text: laura ari