
sprudelt. see dreht sich. schnee knistert. kracht. gedanken üben sich. in vernunft, in weisheit. mühelos springen sie über klippen. stürzen in tiefe löcher. schweben in gleisendes licht. strahlen. leuchten. andere welten. dieseits, jenseits. und träume? die kleinen schwestern oder doch die großen brüder? sind sie nicht mächtiger? unlenkbarer, unbeeinflussbarer.
7. januar 2009
text: laura ari
mitten in australien. nun gut, vielleicht nicht in inmitten australiens. eher an der küste. der ostküste. der dichter besiedelten. aber dennoch inland. das meer nicht weit entfernt. dort erstmals zur ruhe gekommen. sich vom klang des ozeans berauschen lassen. beruhigen. die seele nachkommen lassen. zu schnell. zu viel. dennoch glücklich. glücklich, den schritt gewagt zu haben. zunächst einen monat auszeit. quer durch kambodscha. begonnen mit einem flug nach bangkok. von dort aus weiter. im bus, am boot, am pickup. backpack und plastiksandalen. elefanteninsel und taifun. von bangkok nach battambang. könnten kaum unterschiedlicher sein. megacity versus dschungeltown. kambodscha ist mein land, dort werde ich ruhig. dort zieht es mich immer wieder hin.
dort beschlossen, weiterzureisen. die situation des alltäglichen lebens zu verändern. spontan. oder eigentlich schon seit monaten, vielleicht jahren innerlich gespürt, den wunsch wachsen lassen.
ein morgen im park. der tag erwacht. blüten, bäume sprießen, erwachen zu neuem leben. glanzvoller tau bedeckt wiesen und bänke. sonnenlicht erwärmt die erde. leuchtend erstrahlt die welt, wie rein gewaschen. vögel singen ihre fröhlichsten lieder. es scheint, als würden fauna und flora, alle lebewesen lachend aufatmen. einmal tief luft holen, mit einem luftzug scheinen all die grauen und kalten tage vergessen, weit weg. winter, das ist schon lange her. endlich, der glücksstrahlende frühling ist wieder da. zeit, für einen neubeginn ...
der tag neigt sich dem ende zu. ein sich scheinbar ewig wiederholender kreislauf, der unser tägliches leben zwischen lichtem tag und dunkler nacht bestimmt. noch ein letztes mal bäumt sich die sonne auf, zeigt ihr spielerisches, ihr facettenreiches gesicht. ihr tagwerk, so scheint es, ist getan. sie hat all den pflanzen, all den lebewesen dieser welt ihr lebensnotwendiges licht, ihre wärmende energie gespendet. nun kann sie sich zurückziehen, der erde ihre ruhestiftenden, dunklen nachtstunden gönnen.